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Welche Daten müssen migriert werden?

Welche Daten müssen migriert werden?

Wer einen Shop auf Shopify oder Shopware 6 umzieht, steht oft vor derselben Frage: Welche Daten müssen migriert werden – und welche besser nicht? Genau an dieser Stelle entscheidet sich, ob ein Relaunch sauber startet oder ob Umsatz, Prozesse und Sichtbarkeit unnötig leiden. Datenmigration ist kein technischer Nebenjob, sondern die Grundlage für einen funktionierenden Shopbetrieb ab Tag eins.

Welche Daten müssen migriert werden – und warum ist die Auswahl so entscheidend?

Die kurze Antwort lautet: Es müssen nicht einfach alle Daten mit. Es müssen die richtigen Daten mit. Ein Shopwechsel ist immer auch eine Bereinigung, eine Strukturentscheidung und oft die beste Gelegenheit, gewachsene Altlasten zu entfernen.

In der Praxis sehen wir häufig zwei Extreme. Entweder wird zu viel übernommen, inklusive veralteter Inhalte, doppelter Datensätze und überholter Logiken. Oder es wird zu wenig berücksichtigt, sodass wichtige Produktinformationen, Kundendaten oder SEO-relevante Inhalte fehlen. Beides kostet später Zeit, Geld und im schlimmsten Fall Umsatz.

Entscheidend ist deshalb nicht nur die Frage, welche Daten technisch exportierbar sind. Wichtiger ist, welche Daten für Verkauf, Kundenservice, Marketing, Logistik, Buchhaltung und organische Sichtbarkeit tatsächlich geschäftskritisch sind.

Produktdaten sind fast immer Pflicht

Für die meisten Shops bilden Produktdaten den Kern jeder Migration. Ohne sie ist ein Go-live schlicht nicht möglich. Dazu gehören Titel, Beschreibungen, Preise, Varianten, Artikelnummern, Bestände, Kategorien oder Collections, Herstellerinformationen, Attribute, Bilder und bei Bedarf auch Downloads oder Zusatzdokumente.

Gerade bei Produktdaten lohnt sich ein genauer Blick. Nicht jede Struktur aus dem Altsystem passt sauber in das neue Shopsystem. Shopware 6 arbeitet beispielsweise in manchen Bereichen anders als ein älteres System, und auch Shopify folgt einer eigenen Logik bei Varianten, Metafeldern oder Kategorieabbildungen. Wer hier einfach nur Felder kopiert, produziert schnell Inkonsistenzen.

Hinzu kommt die Frage nach Datenqualität. Sind Produkttexte aktuell? Stimmen Bildzuordnungen? Sind Varianten sauber gepflegt? Gibt es individuelle Felder, die im neuen System anders abgebildet werden müssen? Eine Migration ist der richtige Zeitpunkt, solche Themen nicht aufzuschieben.

Bei Varianten und Attributen steckt oft das Risiko

Viele Probleme entstehen nicht bei einfachen Produkten, sondern bei komplexen Sortimentsstrukturen. Größen, Farben, Bundles, Staffelpreise oder technische Merkmale müssen im Zielsystem logisch und pflegbar ankommen. Wenn das Mapping hier unsauber ist, entstehen Fehler im Frontend, in der Filterlogik oder später im Feed-Marketing.

Deshalb sollte vor der Migration klar sein, welche Produktlogik erhalten bleiben muss und wo eine bessere Struktur sinnvoll ist. Das spart nicht nur Korrekturschleifen, sondern verbessert oft direkt die Conversion im neuen Shop.

Kundendaten müssen mit – aber nicht immer vollständig

Kundendaten sind für viele Unternehmen geschäftskritisch. Namen, Adressen, E-Mail-Adressen, Kundengruppen, Lieferanschriften und gegebenenfalls B2B-relevante Informationen wie Firmenname, USt-IdNr. oder individuelle Preislogiken gehören in vielen Projekten zur Standardmigration.

Gleichzeitig gilt: Nicht jeder historische Datensatz ist automatisch wertvoll. Inaktive Konten, Dubletten oder veraltete Informationen können den neuen Shop unnötig belasten. Hier braucht es eine klare Entscheidung zwischen Vollmigration und sinnvoller Bereinigung.

Besonders sensibel ist das Thema Passwörter. Diese lassen sich je nach Quellsystem und Zielsystem oft nicht einfach übernehmen, weil Verschlüsselungsstandards oder technische Architekturen unterschiedlich sind. Dann braucht es einen sauberen Prozess für Passwort-Reset und Kundenkommunikation. Das ist kein Detail, sondern ein wichtiger Faktor für Akzeptanz und Servicequalität nach dem Go-live.

Bestellungen, Rechnungen und Belege: Was wirklich nötig ist

Ob historische Bestellungen migriert werden müssen, hängt stark vom Geschäftsmodell ab. Für viele Händler sind sie relevant, weil Kunden ihre Bestellhistorie sehen sollen oder interne Teams auf alte Aufträge zugreifen müssen. Für andere reicht es aus, Bestelldaten im Altsystem oder in einem Archiv verfügbar zu halten.

Hier gibt es kein pauschales Richtig oder Falsch. Wenn Kundenservice, Reklamationsbearbeitung oder Wiederkäufer stark auf Bestellhistorien angewiesen sind, ist eine Migration sinnvoll. Wenn alte Bestellungen vor allem aus Dokumentationsgründen wichtig sind, kann auch ein separates Archiv die bessere und wirtschaftlichere Lösung sein.

Ähnlich ist es bei Rechnungen, Lieferscheinen und Gutschriften. Diese Daten müssen nicht zwingend im Shop selbst liegen, aber sie müssen verlässlich auffindbar sein. Gerade bei steuerlich relevanten Unterlagen zählt weniger, wo sie gespeichert sind, sondern dass Prozesse sauber definiert sind.

Welche Daten müssen migriert werden, damit SEO nicht einbricht?

Ein Relaunch scheitert nicht selten an übersehenen SEO-Daten. Wer nur Produkte und Kategorien migriert, aber URLs, Metadaten oder Redirects vergisst, riskiert Sichtbarkeitsverluste und damit direkte Umsatzrückgänge.

Zu den SEO-relevanten Daten gehören bestehende URL-Strukturen, Meta Titles, Meta Descriptions, Canonicals, strukturierte Inhalte, Kategorietexte, Blogbeiträge, Landingpages und Bildinformationen wie Alt-Texte. Besonders kritisch sind Weiterleitungen. Wenn alte URLs nicht sauber auf neue Ziele zeigen, laufen Rankings und bestehender Traffic ins Leere.

Dabei geht es nicht darum, jede alte URL zwanghaft zu retten. Manchmal ist eine neue Struktur sinnvoller. Dann muss aber geplant werden, welche Seiten priorisiert werden und wie Redirects logisch aufgebaut sind. Wer organischen Traffic als Umsatzkanal nutzt, sollte diesen Punkt nicht als Nebensache behandeln.

CMS-Inhalte, Blog und Landingpages werden oft unterschätzt

Viele Unternehmen denken bei Migration zuerst an Produkte, Kunden und Bestellungen. Dabei hängen häufig auch Markenauftritt, Kampagnenlogik und Leadgewinnung an Inhaltsseiten. Dazu zählen About-Seiten, Ratgeber, Magazinbeiträge, FAQ-Bereiche, Aktionsseiten oder saisonale Landingpages.

Diese Inhalte haben nicht nur SEO-Wert. Sie transportieren Vertrauen, beantworten Fragen und unterstützen die Conversion. Gerade bei wachstumsorientierten Marken wäre es ein Fehler, den Shop technisch sauber umzuziehen, aber den Content-Bereich unvollständig zu lassen.

Wichtig ist auch hier die Qualität. Nicht jede alte Seite verdient einen Platz im neuen Shop. Manche Inhalte sind veraltet, doppeln Themen oder passen nicht mehr zur Positionierung. Dann ist weniger tatsächlich mehr.

Rabattlogiken, Gutscheine und individuelle Regeln

Je komplexer ein Shop aufgebaut ist, desto wichtiger werden operative Detaildaten. Dazu gehören Rabattregeln, Gutscheinlogiken, Versandarten, Zahlungsarten, Steuerregeln, Kundengruppenpreise, B2B-Freigaben oder länderspezifische Einstellungen.

Solche Informationen werden in der frühen Planung oft übersehen, weil sie nicht auf den ersten Blick wie klassische Migrationsdaten wirken. Für den Livebetrieb sind sie aber zentral. Wenn Preisregeln fehlen oder Versandlogiken nicht stimmen, trifft das direkt die Kaufabwicklung.

Gerade bei Plattformwechseln sollte deshalb geprüft werden, welche Regeln wirklich 1:1 übernommen werden können und welche im Zielsystem neu gedacht werden müssen. Nicht jede bestehende Sonderlogik ist sinnvoll. Manche ist nur ein historisch gewachsener Workaround.

Schnittstellen und Fremdsysteme entscheiden mit

Ein Shop steht selten allein. ERP, Warenwirtschaft, PIM, CRM, Payment, Versanddienstleister, Newsletter-Tool oder Marktplatzanbindungen beeinflussen, welche Daten migriert werden müssen. Denn oft endet die Frage nicht beim Shopfrontend, sondern bei den Prozessen dahinter.

Wenn zum Beispiel Produktstammdaten künftig aus einem PIM kommen oder Kundendaten federführend im CRM liegen, verändert das den Migrationsumfang deutlich. Dann geht es nicht nur um Datenübernahme, sondern auch um Zuständigkeiten, Synchronisation und Datenhoheit.

Genau deshalb sollte eine Migration nie isoliert geplant werden. Wer nur an den Shop denkt, übersieht schnell, wie viele Folgeprozesse an bestimmten Daten hängen.

So priorisieren Sie die richtigen Daten für Ihre Migration

In erfolgreichen Projekten beginnt Datenmigration nicht mit dem Export, sondern mit Priorisierung. Zuerst wird festgelegt, welche Daten für den Go-live zwingend nötig sind. Danach folgt die zweite Ebene mit Daten, die aus Service-, Analyse- oder Marketinggründen wichtig sind. Alles andere wird bewusst geprüft statt automatisch übernommen.

Ein pragmatischer Ansatz hilft: Was braucht Ihr Shop, um zu verkaufen? Was braucht Ihr Team, um Bestellungen, Support und Marketing zuverlässig zu steuern? Was braucht Ihr Unternehmen, um rechtlich und operativ sauber weiterzuarbeiten? Und was ist nur historisch vorhanden, ohne echten Mehrwert für das neue Setup?

Genau an dieser Stelle trennt sich eine reine Datenübertragung von einer strategisch sinnvollen Migration. Ein erfahrener Partner wie BS Style betrachtet nicht nur Datensätze, sondern das Geschäftsmodell dahinter. Das macht Projekte verlässlicher, reduziert Risiken und führt zu messbaren Ergebnissen nach dem Relaunch.

Die häufigste Fehleinschätzung: Vollständig ist nicht automatisch besser

Viele Entscheider verbinden eine gute Migration mit maximaler Vollständigkeit. Das klingt zunächst sicher, ist aber in der Praxis oft teuer und unnötig. Mehr Daten bedeuten nicht automatisch mehr Nutzen. Manchmal bedeuten sie nur mehr Komplexität, mehr Fehlerpotenzial und mehr Aufwand im neuen System.

Die bessere Frage lautet deshalb nicht: Wie bekommen wir alles rüber? Sondern: Welche Daten müssen migriert werden, damit der neue Shop vom ersten Tag an leistungsfähig ist? Wer so plant, schafft die Grundlage für stabile Prozesse, bessere Performance und ein Setup, das Wachstum unterstützt statt auszubremsen.

Wenn Sie vor einem Plattformwechsel stehen, lohnt sich ein nüchterner Blick auf Ihre Datenlandschaft. Nicht alles Alte gehört in den neuen Shop. Aber alles Relevante sollte sauber, geprüft und mit klarem Zielbild migriert werden. Genau darin liegt der Unterschied zwischen einem bloßen Umzug und einem Relaunch, der Umsätze steigern kann.