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Wie viel kostet eine Shop-Migration wirklich?

Wie viel kostet eine Shop-Migration wirklich?

Ein Shop, der technisch nicht mehr mithält, kostet täglich Geld: durch langsame Ladezeiten, fehlerhafte Schnittstellen, manuellen Aufwand und Kaufabbrüche. Wer fragt: „Wie viel kostet Shop Migration?“, braucht deshalb keine pauschale Zahl, sondern eine belastbare Kalkulation für den eigenen Shop. Denn eine Migration ist mehr als ein Datenumzug. Sie entscheidet darüber, ob Bestandsdaten, SEO-Sichtbarkeit, Prozesse und Umsatzpotenzial auch auf der neuen Plattform funktionieren.

Die Kosten einer Shop-Migration reichen je nach Ausgangslage von einem überschaubaren fünfstelligen Betrag bis zu komplexen Projekten im mittleren fünfstelligen oder sechsstelligen Bereich. Entscheidend sind nicht allein die Zahl der Artikel oder Kundenkonten. Der tatsächliche Aufwand entsteht dort, wo Daten bereinigt, Funktionen neu gedacht und Geschäftsprozesse sauber an Shopify oder Shopware 6 angebunden werden müssen.

Wie viel kostet eine Shop-Migration?

Für einen kleineren bis mittleren Standardszenario-Shop mit überschaubarem Sortiment, wenigen Sonderfunktionen und einer klaren Datenstruktur liegt eine professionelle Migration häufig bei etwa 15.000 bis 35.000 Euro. In diesem Rahmen sind Konzeption, Datenübernahme, ein angepasstes Standard-Theme, grundlegende technische Einrichtung, Tests und der Go-live realistisch planbar.

Bei etablierten Shops mit individueller Gestaltung, mehreren Schnittstellen, vielen Varianten, B2B-Logik oder komplexen Checkout-Prozessen bewegen sich Projekte meist zwischen 35.000 und 80.000 Euro. Soll ein Relaunch gleichzeitig die Marke schärfen, die User Experience verbessern und Conversion-Hürden abbauen, steigt der Aufwand bewusst über eine reine technische Migration hinaus.

Ab etwa 80.000 Euro beginnen in der Regel umfangreiche Plattformwechsel mit individuellen Erweiterungen, komplexen ERP-, PIM- oder CRM-Anbindungen, internationalen Anforderungen und anspruchsvollen Datenmodellen. Das ist kein Automatismus: Ein großer Katalog kann bei guter Datenqualität einfacher zu migrieren sein als ein kleiner Shop, dessen Funktionen über Jahre unstrukturiert gewachsen sind.

Eine seriöse Agentur nennt den Preis daher nicht nach einem kurzen Blick auf die Startseite. Sie prüft zunächst System, Daten, Schnittstellen, Prozesse und Zielbild. Erst daraus entsteht ein Angebot, das Planungssicherheit schafft.

Diese Faktoren bestimmen die Migrationskosten

Die Ausgangsplattform und Datenqualität

Der Wechsel von einem aktuellen Shop-System mit klar gepflegten Exporten ist meist deutlich effizienter als die Ablösung einer alten, individuell veränderten Installation. Besonders aufwendig wird es, wenn Artikelattribute uneinheitlich gepflegt sind, Variantenlogiken nicht dokumentiert wurden oder wichtige Daten nur über manuelle Exporte verfügbar sind.

Produktdaten, Kategorien, Bilder, Kundenkonten, Adressen, Bestellungen, Gutscheine und Bewertungen müssen nicht immer vollständig übernommen werden. Gerade bei historischen Bestellungen oder inaktiven Kundenkonten lohnt sich eine bewusste Entscheidung. Weniger Daten zu migrieren kann Kosten senken – sofern dies rechtlich, operativ und für den Kundenservice sinnvoll ist.

Design, UX und Markenauftritt

Ein vorhandenes Layout einfach zu kopieren, wirkt auf den ersten Blick wirtschaftlich. Häufig wird damit aber auch ein alter Usability-Stand übernommen. Eine Migration bietet die Chance, Navigation, Produktdetailseiten, Filter, Warenkorb und Checkout auf reale Kaufentscheidungen auszurichten.

Ein Standard-Theme mit gezielten Anpassungen spart Budget und verkürzt die Umsetzung. Ein individuell entwickeltes Frontend schafft dagegen mehr Differenzierung, kann Prozesse präziser abbilden und die Conversion gezielt verbessern. Welche Variante passt, hängt vom Wettbewerb, der Markenpositionierung und den Umsatzambitionen ab – nicht davon, welches Theme gerade günstig wirkt.

Schnittstellen, Plugins und individuelle Funktionen

Schnittstellen sind oft der größte Kostentreiber. Dazu gehören ERP- und Warenwirtschaftssysteme, PIM, CRM, Zahlungsanbieter, Versanddienstleister, Marktplätze, Newsletter-Tools, Suchlösungen oder Retourenportale. Entscheidend ist, ob eine etablierte Standardintegration genügt oder Daten und Prozesse individuell entwickelt werden müssen.

Auch bestehende Plugins sollten nicht blind übernommen werden. Manche Funktionen sind in Shopify oder Shopware 6 bereits im Standard verfügbar, andere lassen sich mit einer geprüften Erweiterung lösen. Für geschäftskritische Anforderungen kann individuelle Entwicklung jedoch die bessere Investition sein, etwa bei kundenspezifischen Preisen, Freigabeprozessen, Konfiguratoren oder Sonderlogiken im Checkout.

SEO, Weiterleitungen und Sichtbarkeit

Ein erfolgreicher Shop-Relaunch darf organischen Traffic nicht unnötig gefährden. URLs, Kategorien, Inhalte, Metadaten, interne Verlinkungen und strukturierte Daten müssen in die Planung einfließen. Besonders wichtig sind vollständige 301-Weiterleitungen von relevanten alten URLs auf passende neue Zielseiten.

SEO ist kein zusätzlicher Punkt, der erst kurz vor dem Go-live abgearbeitet wird. Wird die Informationsarchitektur verändert, beeinflusst das direkt die URL-Struktur und damit die Migration. Wer diese Arbeit einspart, riskiert Rankingverluste, die das vermeintlich günstigere Projekt nachträglich teuer machen.

Testaufwand und Go-live

Der Go-live ist nicht der Moment, in dem ein Shop zum ersten Mal geprüft wird. Zahlungsarten, Versandregeln, Steuern, Rabattcodes, Transaktionsmails, Tracking, mobile Darstellung und Bestellabläufe müssen vorab getestet werden. Bei komplexen Setups kommen Rollen, Preislogiken, Lagerbestände oder Länder- und Sprachversionen hinzu.

Für umsatzstarke Shops empfiehlt sich außerdem ein klarer Cutover-Plan. Er legt fest, wann Daten final abgeglichen werden, welche Teams erreichbar sind und wie bei kritischen Fehlern reagiert wird. Ein sauber geplanter Launch reduziert Ausfallzeiten und schützt Umsatz sowie Kundenvertrauen.

Migration oder Relaunch: Was wird wirklich benötigt?

Die günstigste Migration ist nicht automatisch die wirtschaftlichste. Wenn ein Shop nur deshalb wechselt, weil die alte Technik nicht mehr tragfähig ist, kann eine fokussierte technische Migration sinnvoll sein. Ziel ist dann, bestehende Prozesse stabil auf einer zukunftsfähigen Plattform abzubilden und kurzfristig Risiken zu reduzieren.

Hat der Shop dagegen Probleme mit Conversion, Performance, Mobilnutzung oder einer unklaren Marke, sollte der Plattformwechsel als Relaunch gedacht werden. Dann entstehen höhere Anfangskosten, aber auch eine echte Grundlage, um Umsätze zu steigern. Eine klare Produktdarstellung, schnellere Kaufwege und bessere Datenqualität zahlen langfristig stärker ein als eine reine Kopie des alten Shops.

Die richtige Frage lautet deshalb nicht nur: Was kostet die Migration? Sie lautet: Welche Ergebnisse soll der neue Shop in den nächsten zwei bis drei Jahren liefern?

So planen Sie das Budget realistisch

Ein belastbares Budget entsteht in einer Voranalyse. Dabei werden Zielplattform, Datenquellen, Shop-Funktionen, Integrationen, SEO-Anforderungen und Verantwortlichkeiten erfasst. Ebenso wichtig ist die Frage, welche Aufgaben intern übernommen werden können. Produktdatenpflege, Content-Freigaben und fachliche Tests benötigen Zeit auf Kundenseite und sollten im Projektplan fest eingeplant sein.

Planen Sie zusätzlich eine Reserve für Unbekanntes ein. Bei gewachsenen Systemen tauchen oft erst während der Analyse Sonderfälle auf: doppelte Datensätze, unvollständige Varianten, nicht dokumentierte API-Zugänge oder Abhängigkeiten von alten Plugins. Ein Puffer von rund 10 bis 20 Prozent verhindert, dass sinnvolle Entscheidungen unter Zeitdruck getroffen werden müssen.

Laufende Kosten gehören ebenfalls in die Rechnung. Dazu zählen Plattformgebühren, Hosting bei Shopware, Apps oder Plugins, Wartung, Support sowie die Weiterentwicklung nach dem Launch. Shopify reduziert den technischen Betriebsaufwand, während Shopware 6 bei spezifischen Anforderungen und eigener Infrastruktur mehr Gestaltungsspielraum bieten kann. Welche Plattform wirtschaftlicher ist, hängt immer von Ihrem Geschäftsmodell und den benötigten Funktionen ab.

Wo Sparen sinnvoll ist – und wo nicht

Sparen lässt sich häufig bei ungenutzten Funktionen, historischen Daten ohne operativen Nutzen und Plugin-Landschaften, die über Jahre gewachsen sind. Auch ein klar definierter Standardprozess ist kosteneffizienter als jede Ausnahme technisch abzubilden.

Nicht gespart werden sollte an Datenprüfung, SEO-Weiterleitungen, Schnittstellentests und Projektsteuerung. Fehler in diesen Bereichen werden oft erst nach dem Launch sichtbar – dann treffen sie Kundenservice, Marketing und Umsatz gleichzeitig. Eine transparente Planung mit klaren Leistungen, Verantwortlichkeiten und Abnahmekriterien ist deshalb wertvoller als ein niedriges Angebot ohne belastbaren Umfang.

BS Style begleitet Migrationen auf Shopify und Shopware 6 mit einem klaren Blick auf Technik, Nutzerführung und Geschäftsziel. Der entscheidende Maßstab bleibt dabei nicht die günstigste Zahl auf dem Angebot, sondern ein Shop, der nach dem Go-live schneller, verlässlicher und erfolgreicher verkauft.